Lawine – Das Leben und Sterben des Werner Koenig

Januar 21, 2008

Eine kurze Anmerkung zu den vielen Presseveröffentlichungen, die heute zu lesen waren, anlässlich der Ausstrahlung von „Lawine – Leben und Sterben des Werner Koenig“ im WDR. Ich habe Werner nicht nur als den „Tausendsassa und Karrieristen“ erlebt. Bestimmt war er das auch, ganz bestimmt. Aber ich konnte Werner als einen Filmproduzenten erleben, der den Film mag, der die Kreativen, die diesen Film machen, fast bewundert und respektiert. Er war einer der Produzenten, mit denen ich arbeiten durfte, die absolut zu ihrem Wort standen und Dinge einfach möglich machten. Als Werner starb, bevor wir einen Film gemeinsam drehen konnten, war das für mich und viele meiner Freund ein Schock. Für uns war es das erste Mal, dass ein Freund, ein guter Bekannter, so früh von der Welt geht. So viele junge Männer habe ich noch nie bei einer Beerdigung heulen sehen. Auch das Risiko des Neuen Marktes, die Talfahrt von Werners Filmimperium Helkon, die später nach seinem Tod in der Insolvenz endete, war ihm meines Erachtens sehr bewusst. Vielleicht wären auch unsere Ideen für Alternativen und andere Wege gescheitert, aber Werner hätte sie auf jeden Fall probiert. Ich werde gespannt heute Abend den Film schauen, na klar kritisch, ob ich auch meine Sicht auf Werner Koenig darin finden kann.

RP Kahl

Filminfo WDR

One Response to “Lawine – Das Leben und Sterben des Werner Koenig”

  1. Detlef Bothe Says:

    Bis zur Ausstrahlung des Porträts über Werner König am 21. Januar 08 glaubte ich, das der Dokumentarfilm an sich, die leichtere Filmvariante darstellt, aber anhand dieses Films nun mal schnell eines Besseren belehrt wurde. Was wollte der Filmemacher uns denn nun hier erzählen über den Menschen Werner König, mit dem immergleichen Material, den wenigen Gesprächspartnern, dem halbstündigen Studioausschnitt, mit den drei, vier Ansichten auf eine derart vielfältige Person wie Werner König?

    Werner König war sehr viel und vor allem ein Mensch, der andere Menschen wie ein Magnet an sich zog; er hatte die Fähigkeit fast jeden in seinem Begehren zu erkennen und er wurde später von ihnen gehetzt, wie von Tausend Hunden, er, der nur von wirklicher Grösse angezogen wurde, zerfetzt von der Meute, die an ihm hing, mit deren Zähigkeit er nicht gerechnet hatte, deren Begierde es war, von seiner Kraft ein Stück abzubekommen.

    Die oberflächliche Abhandlung einiger weniger Zeitgefährten, plus Kinderfotos hat nicht ausgereicht, um Werner König auf die Spur zu kommen. Wer auf seiner Beerdigung war und viele Frauen und Männer, junge Menschen, hat weinen sehen, der weiss, wie sehr er geliebt wurde, für die Art wie er sie behandelt hatte, die Menschen, für die Kraft und Zuversicht, die er an alle verschenkte, die ihn trafen. Stattdessen wurde hier mit leichter Hand die Möglichkeit verschenkt, ein weitgreifendes Umfeld mit unzähligen Abgründen auszuloten und hinter die Fassaden zu sehen.

    Ein Film braucht in der Regel eine trifftige Motivation und gründliche Recherche, eben ein gutes Drehbuch, um eine möglichst dringliche Geschichte zu erzählen. In diesem Fall sollte es wohl eine Geschichte über Grössen der New Economy Zeit werden, die nun schon eine Weile zurück liegt, wie auch der Tot von Werner König. Wenn der Film denn nur als eine abhandelnde Kritik an diese Zeit geplant war, dann hoffe ich, das der Sender überausserordentlich für diese Produktion gezahlt hat, denn das hätte Werner König durchaus imponiert, mit wenig Aufwand viel Wind machen.

    In bester Erinnerung an Werner König… Bodo


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