Tagebuch – Kinotour Bedways – Tag 3

Juni 2, 2010


Der Tag startet mit dem guten Gefühl des letzten Satzes von Peter Erasmus im Ohr, dem Kinobetreiber des Delphis in Stuttgart: „Natürlich läuft BEDWAYS ab Donnerstag im großen Saal, da gehört er hin!“ Emotionalisierung und Identifikation werden häufig als das wichtigste im Kino beschrieben, um den Zuschauer „zu packen“. Ich will das nicht ausschließen, aber oft führt das dazu, dass die eigenen Gedanken des Zuschauers gekillt werden, es keine Möglichkeit mehr gibt, „dazwischen“ zu kommen. Dieser Erwartungshaltung muss man auch begegnen. Spannend war zu sehen, dass Zuschauer, die den Film als „kalt“ empfanden, dies mit der größten Emotion vortrugen, ja geradezu wütend wurden. Mit dem Zug durch den Süden der Republik. Im IC, der eigentlich nur ein unbequemer Interregio ist, kreischt die laute Stimme der Zugbegleiterin durch die Flure. In Mainz wirbt das Kinoprogramm mit dem Aufmacher: „Monat der Filmemacher: Christian Petzold, Olivier Assayas, RP Kahl und Hans-Christian Schmid zu Gast im Capitol“ Keine schlechte Begrüßung. Das ambitionierte Programm lockt die Studenten des berühmten Filmwissenschaftsbereichs der Uni ins Kino. Obwohl der parallel laufende Abend mit Assayas uns verständlicher Weise Zuschauer kostet, macht es großen Spaß, den offenen und neugierigen Besuchern eine Einführung in den Film geben zu können. Leider kann ich nicht bis zum Schluss des Filmes warten, um dann das Gespräch weiter zu führen, weil wir noch nach Frankfurt müssen. Mein Einführung in den Abend findet sich schon aufgezeichnet in dem ausgezeichneten Blog Negativ Film aus Mainz. Mein Produzent von Mogador Film Christoph Thoke fährt uns ins Orfeos Erben nach Frankfurt. Ein wirklich tolles Kino, mit einem großen Restaurant und einem kleinen wunderbaren Saal mit perfektem Sound und den weichsten Sesseln der Republik: State of the art. Obwohl wir viele Tests gefahren haben, sehr professionelle und tolle Arbeit in der FAZ (Transfer auf 35mm) geleistet wurde: Mein Master bleibt das HD-tape, das DCP (digitale Filmkopie) ist wirklich näher an dem dran, was ich in der Ästhetik wollte, die 35mm-Kopie erscheint im Gegensatz dazu etwas zu farbig und kontrastreich. Natürlich muss die digitale Technik perfekt eingestellt sein, so wie es zum Beispiel in Karlsruhe in der Schauburg war. Ins Orfeos Erben kommen gute Freunde aus Frankfurt, so auch unsere Associate Producerin Angela Schmitt-Gläser. Daher wird der Abend etwas länger, der Blogeintrag muss bis morgen früh warten. Auf dem Weg ins Hotel, was diesmal mit einigen Verwirrungen einher geht (Frankfurt und seine Hotels…) lese ich noch die mehrseitige Titelgeschichte zu Bedways im Schauspielermagazin Cast. Der Kinostart rückt näher. Heute sind wir in Dresden und Leipzig zu Gast. Ich freue mich auf meine Hauptdarstellerin Miriam Mayet, die uns ab heute auf der Reise unterstützt.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: